Sonate 4 - Ausarbeitung einer Reprise

von Ulrich Kaiser

Die Reprise wurde − was für Mozarts Klaviersonaten nicht unüblich ist − nur geringfügig variiert. Diese Modifikation in dieser Stilübung folgt einer systematischen Überlegung:

Seitensatz und Schlussgruppe erklingen in der Exposition in der Nebentonart (in einer Komposition in Dur üblicher Weise in der V. Stufe) und werden in der Reprise in die Grundtonart transponiert. Die Überleitung lässt sich in der Exposition daher als Modulation in die Oberquinte verstehen. soll diese in der Reprise beibehalten werden, muss sie in der Unterquinte bzw. Subdominante der Ausgangstonart begonnen werden, damit sie in die Ausgangstonart zurückführt. Neu zu formulieren ist in der Reprise also ein Gang von der Ausgangstonart (Hauptsatz) zum Beginn der Überleitung in der Subdominante, wozu sich das Satzmodell des Parallelismus eignet. Da dieses terzweise fällt (oder steigt), kann man über einen Parallelismus die I. und IV. Stufe vermittelst der vi. Stufe auf klanglich attraktive Weise verbinden. Den Gerüstsatz für einen chromatischen Parallelismus von D-Dur nach G-Dur zeigt die folgende Abbildung:

In der folgenden Ausarbeitung wurde die variierte Wiederholung des Hauptsatzes weggelassen und durch die im Vorangegangenen erläuterte Parallelismusgestaltung ergänzt. Im Anschluss daran wurde dann nur noch das Material der Expositionsausarbeitung verwendet, wobei durch einen mehrfachen Wechsel der Oktavlage klanglicher Ausgleich geschaffen wurde, damit die Transposition nicht zu tief oder zu hoch klingt (was bei einer schamtischen Unterquint- oder Oberquarttransposition der Fall wäre).

Ausarbeitung Reprise 1 Ausarbeitung Reprise 2

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